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Autofahren in der Türkei

In Deutschland und in der Türkei sind die Verkehrsregeln ziemlich gleich. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Regeln in der Türkei nicht eingehalten werden. Also begeben Sie sich in ein Abenteuer, wenn Sie in diesem Land mit dem Auto unterwegs sind. Aber nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Also trauen Sie sich ruhig, auf türkischen Straßen müssen Sie sich nur an die türkische Mentalität anpassen und schon läuft alles wie geschmiert.

Der Türke fährt anders, schließlich kann es für bestimmte Situationen keine Verkehrsregeln geben, oder? Also vergessen Sie sämtliche Vorfahrtsbestimmungen und geben Sie bei einer grünen Ampel nicht sofort Gas. Achten Sie auf den Querverkehr und geben Sie den Autofahrern, die bei Rot über die Ampel fahren eine Chance ohne Schaden an das Ziel zu gelangen.

Die Hupe ist in der Türkei ganz wichtig. Türken hupen bei jeder Gelegenheit, doch hat das meist eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. In heimatlichen Gefilden wird nur gehupt, um jemanden zu beleidigen. Sie dürfen aber in der Türkei einem Hupkonzert nicht sofort die Bedeutung zumessen, dass der andere als „Volltrottel“ oder „Idiot“ beschimpft werden. Hier will der Autofahrer lediglich auf sich aufmerksam machen und das Hupen ist beim Überholen sogar Vorschrift. Auch in Kurven ist das Hupen empfehlenswert, hier merkt der Entgegenkommende schnell, dass sich noch ein weiteres Fahrzeug in der Kurve befindet. LKWs sind oft überladen und sind sehr langsam unterwegs. Trotzdem sollten Sie in Kurven nicht überholen, nur auf geraden, übersichtlichen Strecken birgt der Überholvorgang keine Gefahr.

In vielen südlichen Ländern können Esel, Ziegen oder andere Tiere die Fahrbahn blockieren. Aber hier dürfen Sie nicht hupen. Die Tiere sind sogar resistent dagegen und blockieren die Straße erst recht. Sie haben praktisch nur die Möglichkeit, sich Stück für Stück nach vorne zu kämpfen und darauf zu achten, dass wirklich kein Tier unter die Räder kommt. Die Einheimischen würden sehr übel nehmen, wenn Sie ein Tier verletzen oder gar töten.

Wenn Sie vorausschauend fahren, dürften Sie in der Türkei keine Probleme bekommen. Fahren Sie in diesem Land immer nach der Devise „Nichts ist unmöglich“, achten Sie auf Schlaglöcher, plötzlich auftauchenden Kindern oder Tieren und richten Sie Ihr besonderes Augenmerk auf Baustellen. Diese sind nicht immer gesichert und Ihr Auto kann leicht in einem „Bauloch“ verschwinden.

In Deutschland beharren die Autofahrer oft auf „ihrem Recht“. Nicht so in der Türkei, hier sind die Leute entspannt und zeigen viel Verständnis. So käme ein Türke nie auf die Idee, einen anderen Autofahrer anzuzeigen, nur weil er rechts überholt hat. Das ist für ihn eine Lappalie, die täglich vorkommt und den Gang zur nächsten Polizeistation überflüssig macht. Nachts müssen Sie allerdings aufpassen, in der Türkei herrscht nämlich kein „Lichtzwang“. Also fahren viele Autos ohne Beleuchtung und gerade auf Landstraßen ist das sehr gefährlich. Fahren Sie also immer so, dass Sie jederzeit bremsen können, wenn ein unbeleuchtetes Motorrad, Auto oder eine Eselskutsche unerwartet auftaucht.

Aber in der Türkei fahren Sie nicht anders wie auf unseren Straßen, der Türke mag es nur etwas rasanter und ist auch am Steuer nicht so verklemmt. Unfälle mit Blechschäden kommen in der Türkei nicht häufiger vor, als in anderen Urlaubsländern. Also sind Sie relativ sicher und können Ihren Mietwagen oder Ihr eigenes Auto ruhig auf die Straße bringen. Baustellen werden auch in er Türkei immer weniger, aber Schlaglöcher und Baustellen sind nicht speziell gesichert. Also machen Sie immer die Augen auf, es kann jederzeit in einen „Abgrund“ gehen.

Autofahren in der Türkei

Autofahren in der Türkei ©iStockphoto/awiedemann

Parken können Sie überall, es sei denn das Parken ist an dieser Stelle verboten. Die Schilder sind international und für jedermann verständlich. Also sollten Sie Ihr Auto nicht im Halte- oder Parkverbot abstellen, denn hier fackelt die Polizei nicht lange. Das Fahrzeug wird schnell abgeschleppt oder mit einer Parkkralle versehen. Sparen Sie sich diesen Ärger und parken Sie „anständig“.

In den Ortschaften dürfen Sie 50 Kilometer in der Stunde fahren und außerhalb einer geschlossenen Ortschaft sind 90 km/h erlaubt. Auf den Autobahnen ist eine Höchstgeschwindigkeit 120 km/h Vorschrift. Eine Gurtpflicht besteht, aber eine Warnweste müssen Sie nicht zwingend bei sich führen. In der Türkei gibt es auch keine „Lichtpflicht“, wie schon erwähnt, kann Ihnen ein Fahrzeug in völliger Dunkelheit entgegenkommen. Der erlaubte Alkohol im Blut darf 0,5 Promille nicht überschreiten, sonst ist es eine Alkoholfahrt und einer Blutprobe steht nichts mehr im Wege. Wenn Sie Hilfe benötigen, rufen Sie die 115 an, das ist die Telefonnummer der Polizei. Allerdings kann es etwas dauern, bis die Beamten eintreffen. Schließlich haben die Polizisten viel zu tun und Sie sind nicht Ihr einziger „Auftraggeber“. Unfallstellen müssen natürlich mit einem Warndreieck versehen werden, vor und nach dem Unfall sind die Dreiecke gut sichtbar aufzustellen.

Die Bußgelder halten sich durchweg im Rahmen, für 20 km/h Geschwindigkeitsüberschreitung sind lediglich 70 Euro fällig und für falsches Parken müssen Sie ungefähr 40 Euro „berappen“. Wenn das Fahrzeug abgeschleppt wurde müssen Sie natürlich mehr bezahlen, es ist deshalb schlauer, nur in Zonen zu parken, in denen das Abstellen Ihres Autos auch erlaubt ist. Das Überfahren einer roten Ampel wird mit 35 Euro geahndet, aber in der Türkei ist es Gang und Gäbe, nicht auf die Farbe der Lichtzeichenanlage zu achten. Diese Strafe ist nur symbolisch, ein Polizist wird Sie deshalb nicht als Verkehrssünder betrachten. Bei Alkohol sieht die Sache allerdings anders aus, hier wird die Straftat ähnlich geahndet wie in unserem Land.

In der Türkei sind die Verkehrsregeln weitgehend außer Kraft gesetzt. Hier kaufen sich die Leute erst ein Auto und dann den Führerschein. Ampeln werden als Straßendekoration gesehen und das Bremsen am Zebrastreifen gilt als verpönt. Bremsen ist überhaupt nicht weit verbreitet, es sei denn, man will sich den Unmut der anderen Verkehrsteilnehmer zuziehen. Manchmal hält der Türke auch an roten Ampeln, aber wie man die „Schmuckampeln“ von den ernst zu nehmenden Lichtzeichenanlagen unterscheidet, bleibt ein ewiges Geheimnis.

Einheimisch fahren wie die Teufel und erhalten ihren Führerschein im Handumdrehen. In der Türkei kriegt fast jeder einen Führerschein, solange er nicht gerade „geistig behindert“ ist und solange er seinen Namen schreiben kann. Die Führerscheinprüfung in der Türkei ist leicht und wird teilweise gar nicht durchgeführt.

Die Türkei ist zwar als Urlaubsland bekannt, aber in den Wintermonaten ist hier unbedingt eine Winterausrüstung erforderlich. Die höher gelegenen Regionen in der Türkei können durchaus mit alpinen Verhältnissen aufwarten. Zwar verleiht die Winterlandschaft einen ganz besonderen Reiz, aber für die Autofahrer stehen etliche unschöne Erlebnisse bereit. Also sorgen Sie vor, Schneeketten sollten immer dabei sein und Ihr Kühlwasser sollte auch niedrigen Temperaturen standhalten.

LKW- und Busfahrer stehen nicht nur in der Türkei unter Zeitdruck, Sie sollten also immer genügend Abstand halten und von einem Überholmanöver besser absehen.

Ihr Auto können Sie schnell reparieren lassen, in der Türkei gibt es für die Typen von Renault, Fiat und Ford beinahe an jeder Straßenecke eine Werkstatt. Das Wort „wirtschaftlicher Totalschaden“ gibt es in der Türkei nicht, Ihr Auto wird günstig und schnell wieder in gang gesetzt. Auch nach einem Blechschaden!