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Side

Die kleine Stadt Side befindet sich auf einer Halbinsel an der türkischen Riviera, etwa 70 Kilometer östlich der Provinzhauptstadt Antalya und des nächsten Flughafens.

Side

Side ©iStockphoto/Olezzo

Das antike Side

Wie alt die Stadt wirklich ist, steht nicht genau fest. Ein Kirchenhistoriker ging von einer Gründung im Jahr 1405 v. Chr. aus. Als sich die Griechen um etwa 600 v. Chr. hier ansiedelten, trafen sie bereits auf Reste einer hethitischen Stadt und deren Spuren aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. Auf jeden Fall gilt Side als eine der ältesten Städte an der Südküste der Türkei.

Die Griechen christianisierten die hier lebende anatolische Bevölkerung. Der Name der Stadt stammt aus dem Sidetischen, ihrer altanatolischen Sprache, die hier bis zum 3. Jahrhundert v. Chr. gesprochen wurde. Erst Alexander der Große führte Griechisch ein. Übersetzt bedeutet der Name Granatapfel – der galt als das Fruchtbarkeitssymbol der Bevölkerung. Bereits in der Antike zierte der Granatapfel die Münzen von Side.

Aufstieg und Fall einer Handelsstadt in Kleinasien

Aufgrund ihrer vorzüglichen Lage am Mittelmeer wurde Side zu einem der wichtigsten Handelszentren in der Region Pamphylien, auch für Sklaven. Den Römern missfiel das angriffslustige Kleinasien und dessen Herrscher Mithridates sowie die seeräuberischen Piraten. Deshalb beendete der Feldherr Pompeius 67 v. Chr. die Piraterie und damit auch den Sklavenhandel – die Römer dankten es ihm mit einem Denkmal. Der römische Konsul Servilius Isouricus verleibte Side 78 v. Chr. dem Römischen Reich ein. Während der Pax Romana, der Zeit des inneren Friedens im Römischen Reich, entwickelte sich Side zu einer bedeutenden Hafenstadt und zahlreiche repräsentative Bauten wurden errichtet. Doch mit dem Zerfall des römischen Reiches ging ebenso der Untergang der Stadt einher. Zwar wechselten sich auch weiterhin die Besatzer in Side ab, und auch die Piraten kehrten noch einmal zurück, doch die wirtschaftliche Vormachtstellung der Stadt schwand und der Hafen versandete. Ein Erdbeben im 12. Jahrhundert zerstörte endgültig die Überreste von Side.

Erst 1865 siedelten sich hier wieder türkische Aussiedler aus Kreta inmitten der Ruinenstadt an und gründeten das Fischerdorf Selimiye. Teile des antiken Side sind bis heute unter dem Fischerdorf begraben. Aus diesem Grund zählen diese Ausgrabungsstätten zu den interessantesten in der gesamten Türkei.

Die historische Altstadt

Side war an drei Seiten von einer imposanten Stadtmauer umgeben. Die Wasserversorgung der Thermen erfolgte über ein großes Aquädukt aus dem nahe gelegenen Fluss Manavgat. Das Wasser speiste auch einen monumentalen Brunnen am Großen Stadttor. Vom Aquädukt und dem Brunnen ist heute nur noch wenig zu sehen und in den Thermen befindet sich heute das Side-Museum. Vom Nymphäum stehen noch 12 Meter der einstigen 50 Meter langen und 20 Meter hohen sowie 4 Meter tiefen Brunnenanlage. Besser erhalten ist die Säulenstraße, die vom Stadttor zum Hafen hinunterführt. An der Säulenstraße liegt die Agora, der Versammlungsplatz in der Antike. Hier steht auch das beeindruckende Wahrzeichen der Stadt: das römische Amphitheater aus dem 2. Jahrhundert, das die Stadt aufgrund seiner riesigen Ausmaße dominiert. Denn es ist nicht wie üblich in die Erde oder an einem Hang gebaut, sondern wurde auf flachem Gelände errichtet. Deshalb ragt die Zuschauertribüne – ähnlich wie bei dem Kolosseum in Rom – hoch empor. Auch heute wird das Amphitheater mit mehr als 15.000 Plätzen noch für kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Links der Säulenstraße in Richtung Hafen sind noch einige der Peristyl Villen der Adligen zu sehen. Rechteckige Innenhöfe sind von einem Kolonnadengang umgeben, der zu den verschiedenen Räumen führt. Die Säulenstraße endet an der Südspitze der Landzunge, wo sich die Überreste des Athene- und des kleineren Apollontempels befinden. Von letzterem wurden einige der Säulen wieder aufgerichtet und dienen heute als grandioses Fotomotiv während der wunderschönen Sonnenuntergänge an diesem Ort.

Zwar errichtete man hier später eine byzantinische Kirche, doch auch von ihr steht lediglich noch eine Mauer.

Side heute – Badespaß, Wellnesstempel und antike Kultur

Side hat seit den 1970-er Jahren mit dem Tourismus seine neue Bestimmung gefunden. Über die gesamte Landzunge, vom Theater bis zur Südspitze am historischen Hafen, erstreckt sich das malerische Städtchen. Zahlreiche Shops, Restaurants und kleine Pensionen sowie Open-Air-Kneipen schlängeln sich in den engen Gassen der lebhaften kleinen Altstadt.

Auch die Region um Side kann sich der magischen Anziehungskraft nicht entziehen und zählt zu den beliebtesten Tourismuszentren an der Südküste der Türkei. Die über 11.000 Einwohner zählende Gemeinde gehört zum Landkreis Manavgat und hat eine 64 Kilometer lange, unbeschreiblich schöne Küste zu bieten. Ein Ausflug in das Landesinnere lohnt sich, beispielsweise in den wunderschönen Green Canyon mit seinen smaragdgrünen Stauseen.

Zur Orientierung:

Meist westlich von Side befinden sich die großen Hotelanlagen mit ihren privaten Strandabschnitten, die zwar genutzt werden können, doch die Sonnenschirme und Liegen sowie die sonstigen Einrichtungen sind in der Regel den jeweiligen Hotelgästen vorbehalten. Vor allem Familien fühlen sich westlich von Side sehr wohl und gut untergebracht.

Östlich der Landzunge ist es häufig deutlich ruhiger, allerdings sind die Hotelanlagen auch etwas schwieriger zu erreichen. Sofern kein Mietwagen zur Verfügung steht, sind Minibusse als Transportmittel die erste Wahl. Einige der Strandbars haben einen sogenannten Free-Beach-Service am Morgen und Nachmittag eingerichtet. Liegen und Sonnenschirme stehen dann gegen eine Gebühr zur Verfügung und für das leibliche Wohl sorgen Restaurants und Kioske.
Manchmal kann das Meer bei stärkerem Wind östlich von Side etwas rauher in Erscheinung treten. Dennoch besticht dieser Küstenstreifen mit der Steilküste von Side – und etwas weiter östlich mit dem Pinienwald von Sorgun – vor allem aufgrund seiner fantastischen Natur.

Die Blauen Flaggen wehen an den Stränden von Side

Die langen Strände von Side laden zu Spaziergängen und zum ausgiebigen Badespaß ein. Sie sind sehr gepflegt und werden jährlich aufs Neue von der Stiftung für Umwelterziehung mit der Blauen Flagge für nachhaltigen Tourismus ausgezeichnet. An allen Stränden beaufsichtigen Rettungsschwimmer die Strände, Erste-Hilfe-Material steht zur Verfügung und Notfallpläne existieren. Denn sowohl das Umweltmanagement als auch die geforderte Wasserqualität entsprechen den Anforderungen der Stiftung für Umwelterziehung.

In der Regel handelt es sich um flach ins Meer abfallende Sandstrände. Die meisten sind feinkörnig, einige wenige sind grobkörniger und ein paar andere haben zusätzlich Kies am Flutsaum, wo der Strand ins glasklare und meist ruhige Wasser übergeht.

Orte und Strände westlich von Side:

Side-Gündogdu

Wie alle Strände in der Umgebung sind auch die von Gündogdu flach abfallend. Besonders schön lassen sich hier Sonnenuntergänge beobachten, vor allem von den kleinen Sanddünen aus. Übersetzt bedeutet Gündogdu übrigens Sonnenaufgang. Diese Baderegion liegt etwa 15 Kilometer norwestlich von Sides Zentrum entfernt.

Side-Colakli

Colakli ist ein ruhiger Ort mit ein paar Geschäften, Bars und Restaurants. Der beschauliche Ort liegt etwa 13 Kilometer westlich der Landzunge von Side und ist etwa 15 Kilometer von der Kreisstadt Manavgat entfernt. Selbstverständlich gibt es Minibus-Verbindungen zu allen Zielen in der Umgebung.
Der drei Kilometer lange, feinsandige Strand ist beliebt bei Familien, denn auch hier fällt dieser flach ins Meer ab und das Wasser wird dementsprechend schnell durch die Sonne erwärmt. Sie verwöhnt die Urlauber an der türkischen Südküste an mehr als 300 Tagen im Jahr. Der gleichmäßige Wellengang lockt auch Surfanfänger nach Colakli. Ein umfangreiches Unterhaltungs- und Sportangebot rundet die Palette für Aktivurlauber ab.

Side-Evrenseki

An der neuen grünen Uferpromenade entstanden auch gleichzeitig einige neue Hotels. Die Gegend lädt zum Spazierengehen und Joggen ein, denn die Anlagen und der Strand sind sehr gut gepflegt. Der nordwestlich gelegene Ort ist etwa acht Kilometer von Side entfernt.

Side-Kumköy

Neben dem wunderschönen, fast zwei Kilometer langen Strand eignet sich der lebhafte Ort zum Bummeln. Etliche Geschäfte, Bars und Restaurants laden zum Verweilen und Spazieren ein. Im Ort geht es lebhaft zu, doch der feinkörnige Sandstrand bietet die notwendige Entspannung für Familien.

Orte und Strände östlich von Side:

Side-Kizilagac

Anders als die sonstigen Strände von Side besteht dieser Strand aus feinem Kies. Er liegt etwa 18 Kilometer östlich von Side und ist rund 12 Kilometer von Manavgat entfernt. Die Tavernen und Geschäfte des Ortes befinden sich direkt am breiten, langen Strand.

Side-Titreyengöl

Der Ort ist umgeben von Pinienwäldern und liegt an einem kleinen See. Der Strand am Meer fällt hier nicht immer flach ab, stellenweise wird das Wasser nach ein paar Metern schnell tiefer. Es handelt sich um einen feinkörnigen, streckenweise auch grobkörnigen Sand. Auch können sich hier und da Steine im Wasser befinden. Dennoch ist die Gegend bei Urlaubern äußerst beliebt und dementsprechend gut ist die Infrastruktur mit Shops, Restaurants und Wassersportangeboten. Außerdem führen an einigen Stellen lange Stege ins Meer, so dass man schneller ins tiefere Wasser gelangt. Etwas weiter in Richtung Side finden sich wieder die für Side typischen breiten und flacher abfallenden Strände. Zur Schonung der Küste wurden die Hotelanlagen nicht in direkter Strandnähe errichtet, sondern etwas zurückgesetzt.

Das eher ruhige Titreyengöl liegt in der Nähe der Flussmündung von Manavgat und ist auch bei Einheimischen ein beliebter Urlaubsort. Abwechslung nach einem Strandbesuch bieten ein paar Geschäfte und Erfrischungen gibt es in den kleinen Bars.

Side-Manavgat

Die Kreisstadt ist bekannt für die Manavgat-Wasserfälle und für den gleichnamigen Fluss, der Süsswasser in das Mittelmeer leitet. Gerade im Sommer ist es in der Gegend um die Wasserfälle angenehm kühl und schattig. Nicht zuletzt deshalb sind sie ein Touristenmagnet. Es gibt unzählige Ausflüge zu diesem Ort.

Side-Sorgun

Die Ortschaft ist umgeben von immergrünen Pinienwäldern, die zu ausgedehnten Spaziergängen im Schatten einladen und bis an das Meer heranreichen. Die Beschaffenheit des Sorgun-Strands ist sehr unterschiedlich. Meist fällt der grobkörnige Sandstrand schnell tief ab, anders als an den anderen Stränden in Side, bietet dafür aber ideale Bedingungen für Wassersport. Auch Paragliding und Tauchen werden hier angeboten. An einigen der Strandabschnitte weicht der Sandstrand auch einem Kiesstrand. Je weiter man sich von Side entfernt, desto ruhiger sind die Ferienanlagen und Strandabschnitte. Langweilig wird es am Sorgun-Strand jedoch nie. Besonders schön sind von hier aus die Sonnenuntergänge zu beobachten. Manche Hotels bieten zusätzlich eine Strandhütte zum Mieten an. Beim Robinson Club lassen sich Boote, Surfboards sowie kleine Katamarane ausleihen.

Es gibt unzählige Restaurants und Bars, doch Einkaufsmöglichkeiten gibt es hier so gut wie keine. Dafür muss man sich in das etwa vier Kilometer entfernte Side oder in das etwa genauso weit entfernte Manavgat aufmachen, Minibusse stehen bereit.

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