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Ölüdeniz

Die Ortschaft Ölüdeniz befindet sich in der türkischen Region Lykien ungefähr 14 Kilometer von Fethiye entfernt. Der Name bedeutet dabei so viel wie „Totes Meer“, da das Wasser in der Lagune meist sehr ruhig ist. Ölüdeniz kann vom Flughafen Antalya bzw. vom Flughafen Dalaman aus erreicht werden, hier beginnt auch der Lykische Weg, der 509 Kilometer lang ist und entlang der Küste bis Olympos verläuft. Die Region Fethiye-Ölüdeniz ist darüber hinaus auch bei Auswanderern sehr beliebt. Vor allem auf Grund des milden Klimas, der traumhaften Landschaft und der relativ niedrigen Immobilienpreise und Lebenserhaltungskosten zieht es jedes Jahr viele Engländer und Deutsche in diese Gegend.

Beliebte Badebucht

Der Ölüdeniz-Strand ist vor allem auf Grund seines kristallklaren Wassers, das in den unterschiedlichsten Blauschattierungen leuchtet, sehr bekannt und wird daher auch häufig als Blaue Lagune bezeichnet. In Kontrast dazu stehen die traumhaften Strandabschnitte, auf denen entweder heller Kies oder feiner Sand vorherrschen. Zahlreiche Reisende reihen den Traumstrand unter die weltweit fünf schönsten Strände und auch offiziell wurde der Ölüdeniz-Strand bereits mit der blauen Flagge ausgezeichnet. In den letzten Jahren ist der Strand zu einem äußerst attraktiven Reiseziel geworden und vor allem zwischen April und Dezember zieht es unzählige Touristen hierher. Aus diesem Grund hat sich auch das Dorf verändert, es entstanden viele Pensionen und Hotels, die zum Teil bis zum Strand reichen. Dass es die Blaue Lagune, die bereits seit der Antike zu den schönsten Sehenswürdigkeiten am Mittelmeer zählt, überhaupt noch gibt, kann einer Entscheidung der Regierung verdankt werden. Diese beschloss im Jahr 1988 große Teile der Küste von Öludeniz unter Naturschutz zu stellen. Der Ort ist nicht nur ein kleines Paradies, das von Pinienwäldern und Bergketten umgeben ist, Biologen konnten auch nachweisen, dass hier zwanzig endemische Pflanzen und die äußerst seltene Schmetterlingsart Jessy Tiger existieren. Diese Schmetterlingsart kann – gemeinsam mit unzähligen anderen Schmetterlingen – in den Sommermonaten im Inland des Tales bei einem kleinen Wasserfall bewundert werden.

Unvergessliche Gleitflüge

Sehr beliebt ist hier auch das Paragliding, das vom Hausberg von Ölüdeniz, dem Baba Dagi, sehr gut möglich ist. Am schönsten sind die Gleitflüge in den frühen Morgenstunden, wenn noch kein Trubel herrscht und man die Ruhe und Stille auf sich wirken lassen kann. Die Startplattform für Gleitschirmflieger liegt auf 1700 Meter Höhe und kann mit dem Jeep erreicht werden. Nach dem Start gleitet man dann oberhalb der Ölüdeniz-Bucht hinab zum Dorf und kann den traumhaften Ausblick auf den Strand von Patara, Dalaman und – bei schönem Wetter – auch auf Rhodos genießen. Ende Oktober finden hier außerdem die Gleitschirmmeisterschaften statt. Zu diesem Event kommen unzählige Paraglider nach Ölüdeniz, um hier gemeinsam der beliebten Sportart nachzugehen. Auch wer selbst keinen Gleitschirmflug wagt, hat auf jeden Fall auch viel Spaß dabei, den zahlreichen Paraglidern zuzusehen. Aber auch ohne Gleitschirm ist der Baba Dagi einen Ausflug wert, denn der Ausblick über die Küste ist einfach atemberaubend schön. Ambitionierte Wanderer durchqueren beim Aufstieg verschiedene Vegetationszonen, allerdings bedarf es für den teilweise sehr steilen Aufstieg einer guten Kondition.

Eingangstor zum Paradies

Viele Urlauber wohnen im benachbarten Fethiye und fahren dann mit dem Bus oder dem Dolmus-Sammeltaxi über die Berge zum Ölüdeniz-Strand. Auch Motorsegler legen sehr häufig an der Blauen Lagune an, um die Sonne, das türkisfarbene Wasser und den weißen Strand zu genießen. Die Beliebtheit des Strandes hinterlässt aber natürlich auch ihre Spuren. Daher ist der Eintritt zum Strand der Blauen Lagune kostenpflichtig, wobei die eingenommenen Gelder dazu verwendet werden, um die Belastung der Natur zu mildern. Ganz in der Nähe des Belcekiz-Strandes liegt der Naturpark Kidrak. Hier ist das Wasser besonders klar und der Strand ist ideal dazu geeignet, um abseits der Massen Erholung zu finden.

Ölüdeniz

Ölüdeniz ©iStockphoto/Nastya22

Faszinierende Unterwasserwelt

Eine etwas harmlosere Art, um in die Luft zu gehen, ist das so genannte Parasailing. Dabei wird man an einer Leine von etwa 200 Metern an ein Speedboot gehängt und kann auch so die Welt von Oben betrachten. Darüber hinaus erfreut sich aber auch das Tauchen großer Beliebtheit. Rund um Ölüdeniz gibt es mehr als zwanzig Tauchgebiete, darunter beispielsweise den Schmetterlingsfelsen oder die Blaue Höhle. Aber auch ein Bootsausflug entlang der idyllischen Küste ist absolut lohnenswert. Man geht in den schönsten Buchten vor Anker, genießt die angenehmen Temperaturen oder kann beim Schnorcheln die Unterwasserwelt erkunden. Gute Stimmung entsteht auch bei einem Ausflug mit einem echten Fischerboot. Die oftmals schweigsamen aber sehr herzlichen Fischer steuern dabei häufig eine einsame Bucht an, wo sie am offenen Feuer Essen zubereiten, während sich die Gäste im Wasser vergnügen oder die Umgebung erkunden.

Typisch türkische Dörfer

Sehr empfehlenswert ist auch ein Besuch von Kayaköy, ein Dorf, das nur wenige Kilometer von Ölüdeniz entfernt ist und einst von Griechen bewohnt wurde. Bis vor hundert Jahren war Levissi, wie die Stadt früher genannt wurde, eine sehr lebhafte Siedlung. Man sagt, die Bewohner hätten die Häuser an die Hänge gebaut, damit die Flächen im Tal landwirtschaftlich genutzt werden könnten. Die griechische Minderheitsbevölkerung wurde allerdings 1925 vertrieben und siedelte sich hauptsächlich auf Kreta an. Die verlassenen Häuser wurden von den türkischen Bauern allerdings nicht mehr genutzt, sodass Levissi wie eine Geisterstadt erscheint. Heute ist das Dorf eine Art Museum mit 3500 Ruinen, 14 Kapellen und zwei Kirchen. Einige Teile im unteres Teil des Dorfes wurden renoviert, hier ist nun ein Kunstcamp untergebracht, in dem Studenten aus allen Teilen der Welt künstlerisch arbeiten. Wer Einheimische fragt, wird neben Kayaköy im Hinterland aber sicherlich noch weitere solcher Städte finden, die den Eindruck erwecken, als würden die Bewohner bald wieder zurückkehren. Ebenfalls typisch türkisch sind die Dörfer Ovacik und Hisarönü, die sich auf Grund der Touristen in Ölüdeniz ebenfalls zu Vergnügungsorten mit zahlreichen Restaurants und Bars entwickelt haben.

Unterwegs am Maultierpfad

Ölüdeniz ist aber auch ein idealer Ausgangspunkt für Wanderungen. So startet man beispielsweise an der Promenade in Belcegiz und gelangt auf der Uferstraße zum Sun City Beach. Von hier aus führt ein Mulipfad die Küstenberge hinauf nach Kayaköy, wo man die griechisch-orthodoxe Kirche besichtigen kann und dann mit dem Dolmus zurück nach Ölüdeniz fährt. Bei einer Wanderung nach Kayaköy kommt man außerdem beim Kloster Afkule vorbei, das von einem Mönch aus dem Felsen gemeiselt wurde, um Buße zu tun.